Die erste Kriegsbegeisterung verschwand schnell, denn der Kampf war weder von kurzer Dauer noch heroisch. Die Soldaten lebten in elenden Schützengräben mit schlechter Hygiene, Krankheiten und mangelndem Nachschub. Wartezeiten mit Langeweile, Regen und Kälte wechselten mit tödlichem Ansturm auf die Schützengräben des Feindes, ohne dass sich an den verhärteten Fronten etwas änderte. Hinzu kamen neue Waffen wie Maschinengewehre und schwere Artillerie sowie neue Kampfformen mit Panzern, Flugzeugen und Giftgas.

Im Laufe des Jahres 1916 breitete sich in allen Heeren Unzufriedenheit aus. Einige Soldaten zogen es vor, sich gefangen nehmen zu lassen, sich selbst zu verletzen oder zu desertieren. Für Nordschleswiger auf Urlaub war es verlockend zu versuchen, in das neutrale Dänemark zu flüchten. Etwa 2.400 Heimaturlaubern gelang die Flucht.  Dadurch wurde es aber für andere Nordschleswiger schwieriger, Urlaub zu bekommen.

Im Laufe der vier Kriegsjahre entstand eine Art Solidarität zwischen dänisch- und deutschgesinnten Soldaten. Alle wünschten, Leib und Leben zu bewahren, sehnten sich nach ihrer Familie und der Heimat – und hofften auf Frieden.